Amerikanische Träumer am felsscharfen Abgrund

BARACK Obama, und selbst die Führung der politischen Gegenseite schaffen es einfach nicht, den Reichen höhere, gerechtere Steuern abzuringen. Dabei geht es gar nicht ums Geld; es geht eher darum, dass die individuelle Selbstbestimmung in Amerika unabänderlich ist. Und in diesem Sinne ist die Fiskalklippe nicht die einzige Untiefe in den Gewässern zwischen New York und Los Angeles.

Klippe auf Formentera

Der Umgang mit Waffen ist so ein spitzer Fels, der den ohnehin brüchigen Rumpf Amerikas aufreißen könnte.

Einerseits wird den Amerikanern durch furchtbare Ereignisse klar gemacht, wie tödlich Feuerwaffen im privaten Besitz sind. In keinem anderen, ähnlich hoch entwickelten Land sterben so viele Menschen durch Pistolen und Gewehre. Amerikanische Bürger, darunter Familienväter, Hausfrauen, Studenten und Verbrecher besitzen etwa 300 Millionen Handfeuerwaffen, 30.000 Amerikaner sterben jährlich durch Schusswaffen.

Wie zynisch muss ein Lobbyist in Amerika sein, wenn er mit ernster Miene auch bei denen für mehr Waffen an Schulen wirbt, die gerade ihre Liebsten im Kugelhagel eines verstörten Sohns einer Waffennärrin für immer verloren haben?

Wahrscheinlich ist der NRA Sprecher gar nicht so zynisch. Sicher, er wird von einer Arbeit gebenden Industrie bezahlt, die  fragwürdige Dinge herstellt. Der Lobbyist ist aber auch ein US Bürger, der Angst um sein Ich hat: Der  Traum vom individuellen Glück wurzelt im Amerikanischen Erbgut wie ein Pilz, den ein Baum zum Überleben braucht. Wer die absolute Verteidigung diesen Traum einschränkt, greift die Amerikanische Identität als solches an. So ein Vorhaben ist sehr sehr schwer politisch und gesellschaftlich vermittelbar. Das spürt Barack Obama im Moment.

Im Kino spielt „the american dream“ derzeit auch wieder eine größere Rolle: In „killing them softly“ versuchen zwei Männer, die aus dem Keller der Gesellschaft  kommen, Ihres eigenen Glückes Schmied zu sein. Sie scheitern kläglich, der Filmtitel deutet an, wie sehr ihr Traum versagt. „beasts of the southern wild“ handelt auch von Selbstbestimmung. Dieses Mal in der Gestalt eines jungen Mädchens, die in ihrem Traum aufgeht, weil die Realität nur noch ein südstaatliches Amerika bietet, das, von Hurrikanes gebeutelt,  materiell und sozial in in Schutt und Asche liegt. Der Film ist übrigens sehr positiv.

Pressekonferenz der National Rifle Association (NRA) vom 21.12.2012 zu den Ereignissen in Newtown.

Unten versucht erst ein US Bürger privaten Waffenbesitz mit der Unabhängigkeitserklärung zu verteidigen. Das Video verdeutlicht sehr gut, was ich oben beschrieben habe, erfordert aber etwas Geduld mit dem Mann. Zum Schluss gibt es noch den Trailer zum bestimmt wunderbaren „beasts of the southern wild“ (2012).

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